Infizierte Erdkunst (infected earthart) - die Kunststilrichtung - Erfindung von Ronald "Hero" Heberling

Über die Jahre habe ich - neben meiner Arbeit als Kunstmaler, Aktionskünstler, Kinderbuchillustrator, Cartoonist, und Fotokünstler die Kunstform „Infizierte Erdkunst“ (infected earthart) erfunden, initiiert, entwickelt und verfeinert.

In meinem Interessensfeld als Dipl. Lebens- und Sozialberater beschäftige ich mich sehr mit dem Thema der Krisenbewältigung, wobei die „Krise“ (Veränderungskrise, etc..) durchaus auch etwas Positives sein kann.

Themen "visualisieren"

Therapeutisch gesehen geht es bei der Bewältigung jedes Übels darum, das „Übel“ vor der Bekämpfung klar zu definieren und zu visualisieren.

Deshalb stelle ich in einem Kunstwerk zugunsten einer Hilfsorganisation für Kinderkrebshilfe z.B. durchaus künstlerisch ein dreidimensionales Krebsgeschwür symbolisch in meinem Werk dar, um das Leid „begreif- und sichtbar“ zu machen, das eigentliche Thema zu "visualisieren".

Was bedeutet "infizierte Erdkunst"?

Ich verarbeite in meinen Assemblagen nicht nur Gold, Edelsteine und Kristalle ein, sondern auch Gegenstände, die ich am Weges- und Straßenrand im Erdreich finde. Es handelt sich dabei durchaus teils auch um Gegenstände, die man nicht unbedingt schutzlos berühren möchte; viele davon sind durchaus abstoßend zu betrachten. Da muss man schon aufpassen, daß man sich keine Krankheiten oder Infektionen holt - daher leitet sich der Name der von mir erfundenen Kunstrichtung ab. Aber erstaunlicherweise finden nicht nur Erwachsene, sondern auch viele Kinder und Jugendliche großes Gefallen an meiner Kunsterfindung - und so habe ich schon großartige und erfolgreiche Kunstprojekte unter dem Titel "infizierte Erdkunst" organisiert und veranstaltet.

Doch ist es wichtig, sich nicht nur die schönen Dinge des Lebens vor Augen zu halten, sondern auch die weniger Schönen. Wobei die Schönheit einer Sache oder einer Situation immer relativ zu betrachten ist. Was für den einen Menschen abstoßend wirkt, ist für den anderen Menschen durchaus amüsant oder interessant zu betrachten.

Es ist erstaunlich, welche Gegenstände man am Straßenrand und in den benachbarten Feldern findet. Ich zeige, wie man mit diesen einfachen Dingen wertvolle Kunst macht. Denn eine einfache – vom Straßenverkehr zermalmte – Getränkedose kann denselben optischen Liebreiz haben, wie ein wertvoller Kristall oder ein Stück Gold.

Sind Fundgegenstände aus unserer heutigen Zeit, die man im Erdreich findet mit Gegenständen von früheren Kulturen vergleichbar?

Was mich immer fasziniert, sind Fundgegenstände von Kulturen, die schon vor mehreren hunderten oder tausenden Jahren gelebt haben - im Gegensatz zu den vergleichsweise primitiven Gegenständen, die von unserer heutigen Kultur des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung im Erdreich zu finden sind.

Doch es liegt mir fern, mit meiner "infizierte Erdkunst" belehren oder gesellschaftliche Kritik üben zu wollen; im Gegenteil! Ich stelle nur künstlerisch dar, was vorhanden ist – auch wenn das eine oder andere Fundstück, das ich in meinen Werken einarbeite, grauslich oder abstoßend wirken mag.

Woher kommen die Gegenstände, die in den "Hero - infizierten Erdkunst" Kunstwerken eingearbeitet werden?

Es ist ein Prozess, der mit dem Auflesen von Fundgegenständen am Straßen- und Wegesrand beginnt - bis hin zur Einarbeitung dieser Fundgegenstände in Assemblagen, die in sich eine Einheit bilden, die einerseits eine Geschichte erzählen und andererseits als Momentaufnahme oder „Zeitkapsel“ unserer heutigen Gesellschaft dienen.

Wie kann man die "infizierte Erdkunst" - Kunstwerke beschreiben?

Meine Kunstwerke sind dreidimensional und übernehmen – ähnlich eines Ostensoriums –  die Aufgabe eines Schaugefäßes, in dem einzigartige, besondere oder „gefährliche“ Objekte zur Schau gestellt werden.

Jedes meiner "infizierte Erdkunst" - Kunstwerke hat somit mehrere Betrachtungsebenen - von der Oberfläche des Kunstwerkes bis tief in das Innere des Kunstwerkes. Jede Ebene hält Vieles zum entdecken bereit.

Doch – wie in der Natur – sind viele der Objekte des Interesses auch in meinen Kunstwerken oft nicht nur öffentlich zur Schau gestellt, sondern viele auch ganz bewusst und verborgen in den Werken integriert, um widerzuspiegeln, dass auch im Erdreich, auf den Feldern und Fluren, in Gebäuden und in Seen noch unzählige Schätze und Geheimnisse verborgen liegen, die nicht nur Geschichten erzählen sondern wieder neue Rätsel hervorbringen, die teils nicht gelöst werden können.

So finden sich in meinen Kunstwerken nicht nur edles Gold und Kristalle, sondern auch Tonscherben, Glassplitter, Knochenmaterial ((wobei ich nicht unterscheiden kann, von welchen Tieren – oder gar Menschen (?) - diese Knochen stammen – das ist für mich in der Umsetzung auch unerheblich, da ich das nehme, was da ist.)), zermalmte Getränkedosen und Kronenkorken, gebrauchte Drogenspritzen, Medikamentenreste das Höschen vom Gebüsch aber auch gebrauchte Kondome und (für die Verwendung präparierte) Tierkadaver und Zigarettenstummel – alles was man so am Straßenrand findet, wenn man aufmerksam durch die Gegend streift.

Im Liechtensteinschloss Wilfersdorf habe ich somit den gebrauchten Kondom und Zigarettenstummel in meinen Werken quasi „SALONFÄHIG“ gemacht.

"Infizierte Erdkunst" - Kunstwerke von Ronald "Hero" Heberling sind fälschungssicher.

Ein weiterer Vorteil meiner Kunsterfindung ist die absolute Fälschungssicherheit. Mit den von mir verwendeten Materialien im Aufbau des Werkes über die dreidimensionale Gestaltung bis hin zu den von mir eingefügten Gegenständen die alle absolute Unikate sind, sind meine Kunstwerke allesamt so gut wie fälschungssicher.

Aktionismus in der Vorbereitung und Sammeln der Gegenstände für das Kunstwerk

Schon das Auflesen der Gegenstände ist aktionistisch. Wenn ich  - wie neulich - mit einer Volksschulklasse auf den Feldern des 21. Bezirkes in Wien unterwegs bin, mache ich die Kinder natürlich aufmerksam, worauf man aufpassen muss und welche Gegenstände sie am besten liegen lassen.

Aber egal – ob auf der Schiffsanlegestelle in der Wachau, dem „Festl“ im tiefsten Waldviertel, an der Flaschensammelstelle in Wiener Neustadt, der mit faszinierenden Fundgegenständen gespickten Bauschuttdeponie im Weinviertler Weingarten   überall trete ich mit den Menschen in direkten Kontakt, ob es nun der Drogensüchtige am Meidlinger Bahnhof ist, die Deutschen Feriengäste in der Wachau, die verwundert sind, dass ich „anlässlich ihrer Ankunft“ aufräume, der rabiate Winzer in der Kellergasse, der die Polizei anruft, weil ich ihm verdächtig vorkomme, der Sandler am Volksfest, der glaubt dass ich gerade unmengen an Geld finde und mir wie ein kleiner Hund nachläuft und mich dann für verrückt hält, wenn ich ihm sage, dass ich lediglich „Klopfer“ Schraubdeckel und vom Straßenverkehr zermalmte Kronenkorken aufhebe; die Wiener Autofahrer, die sich wundern, wenn ich eine plattgefahrene „Red Bull“ Dose aufhebe; doch das vierjährige Kind am Messeparkplatz in Amstetten versteht, warum ich am Sammeln Spaß habe, bis es von seiner Mutter „zurückgepfiffen“ wird. Teils ernte ich völliges Unverständnis, teils großes Lob, dass sich jemand findet, der endlich „aufräumt“.

Die Kräfte des Kosmos in Kunstwerken einfangen.

Alle Assemblagen der vergangenen Ausstellung „Fundstücke“ wurden am Tag der partiellen Sonnenfinsternis fertiggestellt.

So bilden meine „Infizierte Erdkunst“ – Kunstwerke nicht nur einen weiten Bogen von „schönen“ zu „nicht schönen“ Gegenständen, die ich in meinen Kunstwerken integriere, sondern sind auch eine Brücke von der Jetztzeit bis in die frühen Stunden der Menschheitsgeschichte bis in die Entstehungsgeschichte unserer Erde und anderen Himmelskörpern.

So werden meine Kunstwerke zum Ritualgegenstand, der die Energie des Kosmos in sich speichern, der zum Nachdenken über die Rolle des Menschen im Universum nachdenken lässt.

Doch auch in vielen – auch karitativen - Projekten habe ich schon gemeinsam mit vielen hunderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Kunstwerke nach dieser Methode geschaffen, in denen die Menschen über ihr eigenes Leben und die Gesellschaft in der wir leben reflektieren können.

Diese wurden schon in der Vergangenheit vielfach im Rahmen internationaler Ausstellungen, Schlössern, Museen, Nobelhotels, Banken, öffentlichen Verwaltungsgebäuden und in Kirchen präsentiert und sehr viel Erstaunen hervorgerufen.

Kunst als "Ressourcenarbeit"

Denn letztendlich geht es bei meiner „Infizierte Erdkunst“ um das Erkennen von positiven Ressourcen. Für uns persönlich und für die Gesellschaft in der wir leben.

Eine Besonderheit meiner Präsentation ist es, dass ich der erste Künstler bin, der eine Vernissage mit Spatenstich eröffnen und Ehrengäste sowie Besucher die Kunstwerke im Rahmen der Ausstellungseröffnung im Festsaal eines Schlosses aus einer Installation mit viel Erde und Müll hat ausgraben lassen.

So werden meine Kunstwerke – symbolisch gesehen – eine Frucht meiner Hände arbeit und reiche Ernte aus dem feuchten Erdreich.

Ronald Heberling, alias „Hero“

April 2015

Hier einige Impressionen (Fotos) der Vernissage der gerade laufenden Ausstellung "Fundstücke" im Liechtensteinschloss Wilfersdorf:

Basisbilder - Portrait

Ronald Heberling, alias Hero

 

Neben der "infizierten Erdkunst" pflege ich künstlerisch noch ganz andere Stilrichtungen.

Einerseits zeichne ich mit Leidenschaft Cartoons, viele davon in dieser Website zu sehen sind. Bin so als Cartoonist und Illustrator tätig. Hier einige weitere Beispiele meiner Zeichungen:

 

Zudem bin ich als Aktionskünstler auch in der Kunstfotografie tätig, wobei ich mich darauf spezialisiert habe, mich in schwindelerregende Höhen auf Hausdächern, Türmen und ähnliches zu begeben und meinen Schatten so im Foto zu inszinieren, dass jedes Foto eine eigene Geschichte zu erzählen scheint. Diese von mir erfundene Stilrichtung nenne ich "emotionelle Schattenkunst" (engl.: "emotional shadow-art"), weil meine Schatten in meiner Kunstrichtung zum Leben erweckt werden und Emotionen und Willen zeigen, irgendetwas zu unternehmen.

Meine diesbezüglichen Kunstaktionen sind lebensgefährlich und sind nicht zum Nachahmen gedacht.